Prof. Dr. med. Axel Gehrke MdB, gesundheitspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, FotoAfD
Wir brauchen eine grundsätzliche Änderung des Systems.

Zur Vorlage des APS-Weißbuchs für mehr Patientensicherheit sagt der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. med. Axel Gehrke: „Wenige Tage nach dem Unglück in Genua verdichten sich die Hinweise, dass Kapitalstreben und Investitionsaufschub sowie überdimensionierte bürokratische Hürden der Behörden aus Brüssel mit verantwortlich waren. Im vom Aktionsbündnis Patientensicherheit vorgelegten ‚APS-Weißbuch Patientensicherheit‘ wird davon ausgegangen, dass zehn Prozent der Patienten im deutschen Gesundheitswesen falsch behandelt und bis zu 20.000 Patienten unnötiger Weise zu Tode gekommen sein sollen.

Geht man die angeführten Beispiele durch, zeigt sich, dass Faktoren wie in Genua vermutlich auch bei uns eine Rolle spielen. So ist das menschenverachtende DRG- oder Fallpauschalen-System im Krankenhaus grundsätzlich so gestrickt, dass nicht die Patienten, sondern ökonomische Erwägungen im Vordergrund stehen. Auffälligster ‚Erfolg‘ dieses schrecklichen Systems sind offensichtliche Anreize zur Gewinnmaximierung. So wird von Operationen berichtet, die nicht nötig wären, blutiger Verlegungen des Patienten in noch instabilem Zustand, zusätzlicher Gewinn für den Träger durch Abbau von Ärzten und Pflegekräften. Die Folgen des Pflegenotstands sind nun allgegenwärtig.

Nicht so im Blick der Öffentlichkeit, aber genauso bedrohlich, ist der erhebliche Investitionsstau in den Krankenhäusern. Operationssäle können nicht modernisiert werden, sanitäre Anlagen veralten und die Immobilien verfallen in ihrem Wert.

In der ambulanten Medizin macht die ‚5-Minuten-Medizin‘ die Runde. Ein völlig ineffizientes Abrechnungssystem sorgt dafür, dass statt marktwirtschaftlicher Beziehungen zwischen Arzt und Patient planwirtschaftlich 34 Euro im Quartal für die Betreuung eines Patienten festgelegt werden. Folglich muss der Arzt eine möglichst hohe Anzahl von Patienten pro Tag durch die Praxis schleusen. In manchen Praxen werden bis zu 300 Patienten und mehr am Tag behandelt. Niemand wird sich wundern, wenn dabei auch Fehler auftreten. Dazu kommt noch eine völlig verrückte Budgetierung, die den Arzt dazu zwingt, ab einem bestimmten Verdienst die Patienten umsonst zu behandeln. Während einige Ärzte in dieser Zeit ihre Praxen schließen, behandeln andere aus ethischen Gründen weiter. Vermehrter Personal- und Investitionsabbau sind aber auch hier unweigerliche und zusätzliche Folgen.

Trotz gegenteiliger Behauptungen der Altparteien, ist unser Gesundheitssystem schon lange nicht mehr das Beste der Welt. Im Gegenteil: Es ist krank. Es setzt alle Akteure in unverantwortlicher Art und Weise unter Druck. Die Folgen werden dankenswerter Weise jetzt auch im vorliegenden Weißbuch dokumentiert. Wir brauchen eine grundsätzliche Änderung. Die AfD wird entsprechende Anträge im Bundestag vorlegen. Wir wollen Ärzte, Pfleger, Schwestern und Therapeuten vor einem System schützen, dass sie durch Druck, Zeitmangel und überbordender Bürokratie zunehmend daran hindert, die Kranken in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen.

Im Gegensatz zu unserer Regierung und den Altparteien sieht die Bevölkerung dies ganz offenbar genauso. Bei einer aktuellen Umfrage wurde das Gesundheitssystem mit 69 Prozent als das wichtigste derzeitige Problem genannt.“

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