AfD-Mitglieder fordern mehr Unterstützung für bedrohte Christen

AfD-Mitglieder fordern mehr Unterstützung für bedrohte Christen

Bundesregierung soll mehr Geld für humanitäre Hilfe von bedrohten Christen bereitstellen.

Am Wochenende vom 8. bis 9. Juni 2018 fand in Schwerin ein Treffen von AfD-Mitgliedern und interessierten Bürgern zum Thema „Christenverfolgung in Deutschland und in der Welt“ statt. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Ralph Weber, dem Parlamentarischen Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, berichtete der AfD-Abgeordnete Ulrich Oehme MdB den 42 Teilnehmern von seiner Reise zu den verfolgten Christen und Yeziden im Irak. Er hatte diese Reise mit Schwester Hatune Dogan, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, durchgeführt.

Ulrich Oehme stellte fest, dass Christen und Jesiden nach wie vor von militanten Muslimen mit dem Tode bedroht werden. Angehörige dieser Minderheiten müssten sich mit schweren Waffen schützen. „Selbst Gottesdienste werden von Wachleuten mit Maschinengewehren gesichert“, so Oehme.

Die syrisch-orthodoxe Nonne Hatune Dogan aus Warburg schilderte die Lage der Frauen. Sie habe rund 3.000 von sexueller Gewalt Betroffene betreut. Es gäbe zahlreiche Fälle von Übergriffen und Vergewaltigungen gegen Frauen, die mit dem Koran begründet werden, sagte Dogan. Die Situation sei zwar besser als während der Herrschaft des inzwischen vertriebenen IS (Islamischen Staat), doch der alte Konflikt zwischen der muslimischen Mehrheit und den Minderheiten gehe weiter.

Nach den Vorträgen erfolgte eine Führung in der Schlosskirche durch den Ortspfarrer, gefolgt von einer Andacht und dem gesungenen Vaterunser in aramäisch, der Sprache Jesu, durch Schwester Hatune, mit dem der offizielle Teil des Tages beschlossen wurde.

Am Samstag berichtete Joachim Kuhs, engagierter Christ und Bundesvorstandsmitglied der AfD, über die aktuellen Entwicklungen auf Bundesebene. Im Gespräch mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea forderte Kuhs konkrete Hilfen für die Christen und Jesiden im Nahen Osten. Er und seine Mitstreiter unterstützen ein Hilfsprojekt für 50 Familien mit traumatisierten Kindern. Ziel sei es 25.000 Euro an Spendengeldern für dieses Projekt zu sammeln.

Gleichzeitig rief Kuhs die Bundesregierung auf, wesentlich mehr Geld für die humanitäre Hilfe von bedrohten Christen zur Verfügung zu stellen: „Die Christen im Nahen Osten sind auf sich allein gestellt“, sagte Kuhs. In der öffentlichen Wahrnehmung spiele ihr Schicksal jedoch kaum eine Rolle. Deutsche Politiker der selbsternannten „christlichen“ Parteien würden zwar über das Thema reden, aber letztendlich viel zu wenig tun. „Es geht um grundlegende Hilfe zum Überleben und konkrete Unterstützung“, so Kuhs. Daran hapere es aber gewaltig. Ein Beispiel hierfür sei die Vertagung des AfD-Antrags „Christenverfolgung stoppen und sanktionieren“ im Bundestag am 14. Juni 2018, was die Untätigkeit der anderen Parteien offenkundig mache.

Den Abschluss der Tagung bildete ein Vortrag von Dr. Rainer Rothfuss, Lindau, zu den Hintergründen, Tendenzen und Fakten der Christenverfolgung in unserer Welt.

„Ich wünsche mir, dass die Impulse, die durch diese Tagung angestoßen wurden, ihre praktische Umsetzung finden,“ fasste Joachim Kuhs am Schluß die Tagung zusammen. Eine Fortsetzung ist für den Herbst 2018 geplant.

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