Hoffnung für die Demokratie

‘Die Zahl der Menschen, die klar und deutlich für Demokratie einstehen . . . die auch persönlich westliche, demokratische, europäische Werte verteidigen, diese Zahl wird täglich größer.’

Dieses Zitat von Dushan Wegner, der mit Sicherheit kein AfDler ist, hat mich dazu bewegt über meinen Weg in die AfD nachzudenken. Was hat mich bewegt in der AfD aktiv zu werden?

Die Gefahr hohe soziale Kosten zu tragen ist sicher groß, doch schon lange vor der Flüchtlingskrise machte sich für mich eine Verengung der Debatten- und Meinungskultur bemerkbar. Jeder kennt das Gefühl, bei Diskussionen im Freundes- und Familienkreis oder Arbeitskollegen, dass bestimmte Standpunkte einem Schein der sozialen Harmonie zu liebe tabuisiert werden. Auch bei Themen wie Bildung oder Klimapolitik sieht man sich schon seit geraumer Zeit einem Unverständnis und schwindender Meinungsvielfalt gegenüber gestellt, von den Medien ganz zu schweigen. 

Als meine Kinder noch zur Schule gingen, etablierte sich Al Gores Film über den Klimawandel als Lehrmaterial. Als Hausaufgabe sollten meine Söhne einen Aufsatz über die globale Erwärmung schreiben. Zusammen als Familie recherchierten wir in alle Richtungen. Im Ergebnis wurde in dem Aufsatz die Tatsache des vom Menschen gemachten Klimawandels hinterfragt. So wollte das der Lehrer nicht akzeptieren und wir als Eltern erhielten prompt eine Einladung in die Schule. Und so wurde mir zum ersten Mal der ideologische Charakter der gesellschaftlichen Debatte bewusst, welche eine unkritische Akzeptanz bestimmter Standpunkte vorauszusetzen scheint.

Das war für mich der Wendepunkt. Wenn man die Mainstream-Brille einmal abgesetzt hat, erkennt man plötzlich, dass sich dieses Muster durch alle Bereiche der Gesellschaft zieht. Beispiel Gender. Zwölf Jahre später. Mein ältester Sohn studiert. In der Fakultät hält er einer jungen Frau die Tür auf. Prompt wird ihm erklärt, dass er ein Macho und Sexist sei, weil er mit der höflichen Geste seine überlegene soziale Stellung zum Ausdruck bringe. Ironischerweise wurde ihm wenig später das Wort ‘Rassist’ entgegengeworfen dafür, dass er einer Schülerin mit Migrationshintergrund nicht die Tür aufgehalten hatte. Übrigens gibt es jetzt auch an seiner Fakultät Uni-Sex-Toiletten. Merkwürdig, dass man Männer, die als latent sexistisch und übergriffig definiert werden, einfach so gemeinsam mit Frauen auf eine Toilette schickt.

Und so lassen sich etliche Beispiele aus dem täglichen Leben aneinander reihen. Für mich ist es keine Option mich vor diesem alltäglichen Meinungsterror zu ducken. Ich bin in die AfD eingetreten, weil es die einzige gesellschaftliche Kraft ist, die sich dem  Geist des Konformismus der Meinungen nicht ergibt. Als Mutter weiß ich, dass die Familie und Geschlechterrolle zentrale Schauplätze dieser alltäglichen Konflikte und Zwänge sind. Deshalb engagiere ich mich für die bessere Kommunikation unserer Inhalte in diesen Bereichen, um Vorurteile gegen unser Frauen- und Familienbild abzubauen. Frauen stellen unser größtes Wählerpotenzial dar und um dieses auszuschöpfen benötigt es die Aktivierung von zivilgesellschaftlichen Netzwerken. Gerade im Moment sehen wir, dass sich Künstler, Journalisten und Unternehmer zu einer Meinungsvielfalt bekennen und die Stigmatisierung als “rechts“ nicht gefallen lassen. Das gibt uns Hoffnung. Ich schließe mit einem Zitat ebenfalls von Dushan Wegner:

‚Selbst wenn Sie und ich die einzigen Bürger Europas wären, wäre es wichtig, mit geradem Rücken durch den Tag zu gehen und zu sagen, wofür man steht.

Martina Jost

Landesvorstand Sachsen

Quelle: Dushan Wegner, 25.1.2018, https://dushanwegner.com/flexibel-demokratisch/

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