Dr. Margot Käßmann.

Liebe Margot Käßmann,

in Ihrem jüngsten Interview mit der „Sächsischen Zeitung“ beklagen Sie den „Kulturverlust in der gesellschaftlichen Debatte“ und fordern „mal im Ton abzurüsten“. Völlig zu Recht!

Ebenfalls völlig zutreffend haben Sie erkannt, dass sich Menschen sich mehr wagen, ihre Meinung frei zu äußern, weil „sie mit Boshaftigkeit auf einem verbal ekelhaften Niveau attackiert werden“. Aber dann geben Sie der AfD die Schuld, „wenn Menschen angebrüllt, angepöbelt werden“.

Habe ich etwas verpasst? Sind Andrea „in-die-Fresse“ Nahles, „Stinkefinger-Pack“ Gabriel und Cem „Mischpoke“ Özdemir zur AfD übergetreten?! Waren Sie schon einmal bei einer linken Antifa-Demo? Dort gehören Parolen wie „Deutschland verrecke!“ noch zu den gemäßigten Sprüchen!
Etwas mehr christliche Gerechtigkeit bitte! Sonst unterstellt Ihnen noch jemand, sie wären auf dem linken Auge blind…

Klar dürfen kirchliche Würdenträger die AfD-Demonstrationen mit Glockengeläut stören und dabei ihre Gotteshäuser in Dunkelheit hüllen. Natürlich dürfen Bischöfe öffentlich die Abgrenzung von der AfD fordern.
Man darf sich dann aber auch nicht wundern, wenn der Kirche ihre Schäfchen in Scharen davonlaufen. Angeblich soll es unter Christen auch AfD-Wähler geben…
Wo ist eigentlich die couragierte Frau geblieben, die es wagte, mit ihrem (richtigen) Satz „Nichts ist gut in Afghanistan“, den Politikern die Leviten zu lesen?
Gut, dafür gab es später ja auch die rote Karte ähmm Ampel…

In Einem sind wir uns einig: Pöbeleien – egal aus welchem politischen Lager – sind nicht die feine englische Art. Am Ende des Tages ist es mir allerdings lieber, jemand wirft mir ein Schimpfwort an den Kopf – statt einem Pflasterstein.

Liebe Frau Käßmann, ich wünsche mir, dass Sie auch weiterhin öffentlich Kritik üben – aber bitte ohne einseitig Partei zu ergreifen.

Ihr Elmar Gehrke

 

Foto: Rolf K. Wegst

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