Wir müssen den Mächtigen auf die Füße treten

Kolumne Jörg Urban, Bild AfD

Liebe Freunde, liebe Leser,

eine Krankenschwester beginnt durchschnittlich mit einem Bruttogehalt von 2.000 Euro. Ein Maurer verdient in Sachsen im Schnitt 2.113 Euro. Beide leisten eine Arbeit, ohne die alles zusammenbrechen würde. Wir alle brauchen ärztliche Hilfe und ein Haus, in dem wir wohnen können.

Währenddessen gönnen sich die deutschen Gewerkschaftsbosse das Sieben- bis Zehnfache, obwohl sie schon lange nicht mehr die Interessen der Arbeiter vertreten. Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ließ sich einzelne Abendveranstaltungen sogar mit bis zu 25.000 Euro vergüten. Friedrich Merz meint derweil, mit seinen Einkünften von rund einer Million Euro pro Jahr zur „gehobenen Mittelschicht“ zu zählen. Dass er dabei für Unternehmen tätig ist, die legalen Steuerbetrug begehen, hält er für kein moralisches Problem.

Die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten erhalten ebenso ein unverschämt hohes Salär. Es bewegt sich im sechsstelligen Bereich. Geliefert wird dafür jedoch keine exzellente Aufklärung, sondern ganz im Gegenteil vielfach Desinformation, die das Volk verblödet.

Wir leben damit in einer Gesellschaft, die nützliche Tätigkeiten, Fleiß und Ehrlichkeit geringschätzt und jene übermäßig belohnt, die andere Menschen ausbeuten, nur auf Profit aus sind und ihren ideologischen Opportunismus in Bares ummünzen.

Eine solche Gesellschaft kann durch keine Partei der Welt gespalten werden, wie uns das immer vorgeworfen wird. Sie ist bereits tief gespalten, weil sie anständige Leistung bestraft und unanständigen Egoismus belohnt.

Wer sich in seinem Leben anstrengt, seine Kinder anständig erzieht, ehrenamtliche Tätigkeiten übernimmt und sich mit Deutschland identifiziert, sollte ein gutes Leben führen können. Das war lange Zeit möglich. Viele ältere Bürger besuchten kriegsbedingt die Schule nur acht Jahre. Trotzdem erhielten sie die Chance zum raschen Aufstieg, weil sie fleißig und wissbegierig waren.

Und heute? Die Altparteien erzählen uns immer wieder, die „Abstiegsängste“ in der Mitte der Gesellschaft seien unbegründet, weil es genug Arbeitsplätze gebe. Doch wie sieht die Realität aus? Das Hauptproblem unserer Zeit ist weniger die Arbeitslosigkeit. Niedrige Löhne, hohe Mieten, die Gier des Staates und die desaströsen Zustände an den Schulen haben sich zu den größten Belastungen entwickelt.

Viele Bürger können trotz immenser Anstrengungen immer nur von der Hand in den Mund leben. Inklusive Überstunden arbeiten sie bis zu zehn Stunden pro Tag. Ihre mickrigen Ersparnisse brauchen sie für größere Anschaffungen wie ein Auto, um auf Arbeit zu kommen. Notgedrungen schicken sie zudem ihre Kinder in die kostspielige Nachhilfe, um den Unterrichtsausfall zu kompensieren.

Sich ein finanzielles Polster fürs Alter aufzubauen, bleibt dann auf der Strecke. Wer es deshalb mit der Angst zu tun bekommt, weil die Rente natürlich schon längst nicht mehr sicher ist, betrachtet seine Situation leider äußerst realistisch.

Der normale Angestellte in Deutschland wird aufgrund der viel zu hohen Abgabenlast ausgequetscht wie eine Zitrone – und das bei seit Jahren stagnierenden Löhnen. Der Finanzwissenschaftler Prof. Timm Bönke hat ausgerechnet, dass sich die Einkommen der Generation ab dem Jahrgang 1965 im Niedergang befinden. Die Mittelschicht schrumpfte so in den letzten 30 Jahren um drei Millionen Menschen.

Es ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, daran grundlegend etwas zu ändern. Die Möglichkeiten dazu gibt es: Wir können Lohndumping durch Osteuropäer oder Schwarzarbeiter verhindern. Wir können Sozialleistungen und Kindergeld für Deutsche reservieren, statt arbeitslose Einwanderer zu alimentieren, die noch nie einen produktiven Beitrag für unser Land geleistet haben. Und wir können dafür sorgen, dass Großkonzerne deutlich mehr Steuern zahlen müssen und der Mittelstand entlastet wird.

Natürlich werden wir dabei auf Widerstand stoßen. Das ist klar. Aber eine Politik für die „kleinen Leute“ kann eben nur erfolgreich sein, wenn man den Mächtigen auf die Füße tritt.

Bis nächsten Sonntag,

Ihr Jörg Urban

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