Beförderung des Bruders von Ministerpräsident Günther zum Vize-Landtagsdirektor sorgt für Debatten

Doris von Sayn-Wittgenstein MdL, Landesvorsitzende der AfD in Schleswig-Holstein, FotoAfD/Pixabay_RonnyK_vic_neo

„Eine solche Beförderung ist nicht an der Tagesordnung.“

Die umstrittene Beförderung von Daniel Günthers Bruder Tobias Rischer zum Vize-Landtagsdirektor hat für Debatten gesorgt. Wenn es stimmt, daß der Landesbeamtenausschuß der Beförderung hätte zustimmen müssen, bleibt es spannend. Auch, wenn sie juristisch korrekt war, so meint der Vorsitzende des schleswig-holsteinischen Beamtenbunds Kai Tellkampf: „Eine solche Beförderung ist nicht an der Tagesordnung. Das Verfahren könnte rechtlich haltbar sein, ob es aber klug ist, so zu verfahren, ist eine ganz andere Frage.“

Hierzu sagt Doris von Sayn-Wittgenstein MdL und Vorsitzende der AfD in Schleswig-Holstein: „Bemerkenswert ist der rasche Karrieresprung des 40jährigen Rischers schon. Eben noch Pressesprecher, nun Abteilungsleiter „Zentrale Dienste“ und damit Vize-Landtagsdirektor, inklusive eines stattlichen Monatsgehalts von 8.700 Euro.“

„Es soll hier nicht darum gehen, einem Beamten sein Monatsgehalt zu neiden. Doch in Zeiten grassierender Kinder- und Altersarmut ist es den Bürgern schwer vermittelbar, wenn ausgerechnet der Bruder des Ministerpräsidenten eine Stelle erhält, die einen erheblichen Gehaltssprung mit sich bringt. Wenn Relationen derart aus dem Ruder laufen, ist Kritik durchaus angebracht und auch nötig. Völlig zu Recht ist es beispielweise Parlamentsabgeordneten untersagt, Verwandte oder Ehepartner einzustellen. Fälle wie der vorliegende tragen dazu bei, die Politikverdrossenheit der Bürger weiter zu stärken und das Vertrauen in die Demokratie zu erschüttern.“

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