Detlev Spangenberg im Reichstag

Informationsfahrt zum AfD-Abgeordneten

Berlin „Deutschland ist kein Einwanderungsland“, erklärt Detlev Spangenberg im Reichstag während einer Diskussionsrunde mit Parteimitgliedern und anderen interessierten Bürgern. Diese waren der Einladung des sächsischen Bundestagsabgeordneten der „Alternative für Deutschland“ zu einer zweitägigen Informationsfahrt nach Berlin gefolgt. Die Besucher kamen vorwiegend aus Nordsachsen sowie dem Landkreis Meißen. Spangenberg ergänzt während seinen Ausführungen: „Ohne Frage soll Deutschland Flüchtlinge aus Kriegsgebieten und Verfolgte aufnehmen, aber Wirtschaftsflüchtlinge lehne ich kategorisch ab!“ Detlev Spangenberg kandidierte im vergangenem Jahr erfolgreich auf der Landesliste der AfD Sachsen für ein Mandat im 19. Bundestag. Der 74jährige ist somit einer der zwölf AfD-Abgeordneten aus dem Freistaat. Insgesamt hat die „Alternative für Deutschland“ 92 Sitze in Bundestag und ist damit die größte Oppositionspartei in dieser Legislaturperiode.

AfD = größte Opposition im Bundestag

Spangenberg forderte schon im Wahlkampf 2017 ein sofortiges Ende des Kriminalitätsimports. „Die meisten der so genannten Einwanderer kommen aus Nord-Afrika, allen voran aus Libyen“, erklärte er damals. Diesen Standpunkt bekräftigt er heute: „Die CDU als Verursacher dieser Situation verharmlost mit Entschuldigungen wie Drogenabhängigkeit, Alkohol oder Fluchttrauma. Was nützt das aber den Opfern, wo bleiben deren Rechte? Ich setzte und setze mich konsequent für deren Schutz ein und fordere nicht nur die sofortige Abschiebung, sondern endlich ein Ende der unkontrollierten Einwanderung.“ Gleichzeitig spricht sich der AfD-Abgeordnete gegen die Übersiedelung von Fachkräften aus. „Wenn wir hier zum Beispiel Ärzte und speziell ausgebildete Ingenieure aufnehmen, oder sie gar abwerben, entziehen wir den betroffenen Ländern gerade die Leute, die dort dringend sowohl zum Wideraufbau des Landes als auch zur Förderung der Wirtschaft gebraucht werden. Das steht konträr zur eigentlich erforderlichen Entwicklungshilfe vor Ort“, informierte er über das Programm der AfD-Fraktion.

Entwicklungshilfe statt Fachkräfteabzug

Weitere Themen der etwas kurzen Fragestunde waren unter anderem Europa sowie Deutschlands Rüstungsexporte und selbstverständlich die Politik der derzeitigen Regierung.
Der Gastgeber war von 1987 bis 2006 Mitglied der CDU in den Ortsverbänden Hagen und Radebeul. Von 1997 bis 2007 fungierte er als ehrenamtlicher Richter beim Landesarbeitsgericht in Chemnitz. Seit März 2013, also von Beginn an ist Spangenberg Mitglied der „Alternative für Deutschland“. Er war Vorsitzender des Kreisverbandes Meißen und wurde 2014 in den Kreistag des Landkreises Meißen gewählt. Er war im selben Jahr bei der Landtagswahl Direktkandidat für den Wahlkreis 39 (Meißen 3). Er erhielt 11,8 Prozent der Erststimmen. „Spange“, wie ihn seine Freunde nennen, zog über die Landesliste in den Landtag ein. Zur Bundestagswahl 2017 trat er im Wahlkreis 151, (Nordsachsen) als Direktkandidat an. Er stand auf der AfD-Landesliste Sachsen auf Platz Vier. Zuvor war er ab 2014 Abgeordneter des Sächsischen Landtags. Das Mandat legte er im Dezember 2017 nieder.

Kriminalitätsimport beenden!

Zu Beginn dieses Jahres setzte sich Spangenberg dafür ein, dass die AfD stärker mit der islamkritischen PEGIDA zusammenarbeitet. Einen Antrag dafür zog er zurück, nachdem der Landesverband seine Initiative aufgegriffen hatte und Nähe zu PEGIDA demonstrierte.
Im deutschen Bundestag ist der gebürtige Chemnitzer ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit sowie im Petitionsausschuss und – im gerade neu ins Leben gerufenen – Unterausschuss Globale Gesundheit.
Der regen Diskussion mit dem Abgeordneten war ein Besuch auf den Besucherrängen des Plenarsaals vorausgegangen. Dieser war mit einem interessanten Vortrag über die Geschichte des Hauses, den Gepflogenheiten und der Arbeit des Parlaments verbunden. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto auf dem Dach des Reichstages checkte die Reisegruppe in einem Hotel nahe des Kurfürstendamms ein. Dort stellte sich Detlev Spangenberg in kleineren Gesprächsrunden nochmals den Fragen der interessierten Gäste.

Der Abgeordnete zum „Anfassen“

Der nächste Tag begann mit einer Stadtrundfahrt, die sich an politischen Punkten, wie zum Beispiel dem Brandenburger Tor, der Friedrichstraße, dem Alexanderplatz sowie der Allee „Unter den Linden“ orientierte.
Die letzte Etappe der Stadttour war die Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“, die sich im Bendlerblock befindet. Das Zentrum dieses Gebäudekomplexes ist der Ehrenhof, welcher an das Schicksal der, am 20. Juli 1944 erschossenen, Offiziere erinnert. Bis 1945 wurde die Geschichte des Hauses vom Militär bestimmt. Dort plante man unter anderem die deutsche Flottenrüstung, in der Weimarer Zeit suchte dort die Reichswehrführung ihre Rolle im demokratischen Staat. Vor Allem aber gilt der Bendlerblock als das Zentrum des Umsturzversuches gegen das nationalsozialistische Regime am 20. Juli 1944.

Tränenpalast und Bendlerblock

Der letzte Programmpunkt vor der Heimfahrt nach Sachsen war eine Führung im „Tränenpalast“ unmittelbar an der Spree. Das 1962 errichtete Gebäude am Bahnhof Friedrichstraße wurde im Volksmund „Tränenpalast“ genannt, weil es der SED-Diktatur bis 1990 als Abfertigungshalle für die Ausreise aus der DDR nach West-Berlin diente. Wie kaum ein anderer Ort erinnert der Pavillon an die Teilung Deutschlands und die damit verbundenen Schicksale. Viele mussten hier Abschied nehmen. Ostdeutsche wurden schmerzvoll daran erinnern, dass die Grenze für sie verschlossen war, andere erlebten ohnmächtig die schikanösen Grenzkontrollen.
2011 hat die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in dem denkmalgeschützten Gebäude die Dauerausstellung „GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung“ eröffnet. Mit Originalobjekten, Dokumenten, Filmen und Zeitzeugeninterviews vermittelt sie die Auswirkungen von Teilung und Grenze auf den Alltag der Deutschen.
Es war ein sehr interessanter Berlin-Besuch, mit großartigen Eindrücken, viel Historie, einen Bundestagsabgeordneten „zum Anfassen“ sowie reichlich Sonne.

Henry Müller

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