Müllers Vorschlag ‚365-Euro-Jahresticket‘ löste Probleme des Berliner ÖPNV nicht

Gunnar Lindemann MdA, Sprecher für öffentlichen Personennahverkehr der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, FotoAfD/Pixabay-428700

Nur durch den Ausbau des U-Bahnnetzes und einen engeren Fahrplantakt werden mehr Berliner vom ÖPNV-Angebot Gebrauch machen.

Der ÖPNV-Experte der AfD-Fraktion Berlin, Gunnar Lindemann MdA, kritisiert den Vorstoß des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, der vorgeschlagen hatte, das Jahresticket für den öffentlichen Personennahverkehr in Berlin auf 365 Euro pro Jahr zu verbilligen. Der Berliner Senat sollte stattdessen finanzielle Mittel dafür bereitstellen, um das Berliner U-Bahnnetz auszubauen und die Voraussetzungen für einen schnelleren Fahrplantakt schaffen: „Rund 100 Millionen Euro jährlich an Steuergeldern würde die Verbilligung des BVG-Jahrestickets nach ersten Berechnungen kosten. Diese Summe sollte lieber dazu verwendet werden, die BVG durch bessere Angebote attraktiver zu machen. Was nutzen billigere Fahrkarten, wenn die Berliner stundenlang auf überalterte, schmutzige und unkomfortable Fahrzeuge warten müssen? Das Geld sollte stattdessen in die U-Bahn investiert werden, denn U-Bahnen sind nicht nur die bei den Fahrgästen beliebtesten öffentlichen Verkehrsmittel, sondern auch mit Abstand die leistungsfähigsten“, sagt Lindemann.

„So ist der Ausbau des U-Bahnnetzes (wie ihn Wien erst jüngst praktiziert hat) längst überfällig. Außerdem muss die U-Bahn für einen engeren Fahrplantakt ertüchtigt werden. In anderen Metropolen ist ein Takt von 120 oder sogar 90 Sekunden schon lange üblich, während die Berliner selten weniger als fünf Minuten auf die dann meist überfüllte Bahn warten müssen. Mit noch mehr Fahrgästen, die ja das Ziel von Müllers Vorstoß sind, würde diese Situation endgültig untragbar.“

„Und schließlich: Wien ist nicht einmal halb so groß wie Berlin. Das dortige Jahresticket kostet ungefähr halb so viel wie das der BVG. So gesehen ist der ÖPNV in Berlin genauso günstig zu haben wie der in Wien. Müller erfindet hier ein Problem, das keines ist. Sein Versuch, sich mit der Lösung dieses erfundenen Problems zu profilieren, ist durchschaubar und populistisch“, so Lindemann.

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